Gebet

Es gibt Tage, da gehen wir nach einem Einsatz nach Hause und müssen uns selbst gut zureden, dass das Sinn macht, was wir da tun, weil wir nur wenige Menschen angetroffen haben, keine Gespräche mit Tiefgang geführt haben und vielleicht grade noch von einem Platzregen überrascht wurden. Dann gibt es Tage, da sind wir überzeugt, dass es gut war, dass wir heute da waren, zur rechten Zeit am rechten Ort, weil wir vielleicht jemanden neu oder tiefer kennen gelernt haben, jemandem praktisch weiterhelfen oder in einer ausweglos scheinenden Situation ein Licht der Hoffnung anzünden und das grade noch Jesus hinlegen konnten. Und dann gibt es Tage, da bricht das Chaos über uns herein, weil „unsere Leute“ so schräg drauf sind, weil mal wieder spezieller Stoff gehandelt wird oder weil wir selbst überfordert sind von dem Elend, das uns begegnet oder weil jemand, mit dem wir schon einen Weg gegangen sind, wieder abstürzt und die Schlaufe von vorn beginnt. Gerade in letzterem Fall wünsch ich mich manchmal zurück in die Buchhaltung, wo ich zweifellos auch gelitten hab, aber der Auslöser ein paar fehlende Rappen in der Jahresbilanz waren, was dann unter dem Strich doch keine lebensgefährliche Bedrohung ist.

Was uns immer wieder stärkt und ausrichtet, ist das Gebet. An unserem jetzigen Standort, so exponiert zwischen Gassenzimmer und Tramhaltestelle, finden wir oft nicht genügend Ruhe, um miteinander tief auszutauschen und das, was uns bewegt, in Ruhe Jesus hinzulegen. Vieles von unserem geistlichen Fundament muss damit im Privaten geschehen, zuhause, auf der Fahrt zum oder vom Einsatz, aber immer wieder dürfen wir auch mit „unseren Leuten“ beten oder stehen wir nach einem Gespräch spontan zusammen und treten noch für die Person vor Gottes Thron. Und erst dann, macht alles, was wir machen wirklich Sinn. Dann sehen wir plötzlich mehr, als wir vor Augen haben. Dann legt sich der Sturm und unsere Zweifel finden Antwort in Gottes liebevollem JA über jedem einzelnen Menschen, den wir bewegen. Jeder von uns wurde zuerst von ihm geliebt. Und jeder von uns wird bis ans Ende von ihm geliebt.

vk

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