Weinlese

Ich hab schon immer heimlich davon geträumt, mal mehr zur Entstehung von Wein zu lernen – hands on. Aber wie das oft so ist mit unseren geheimen Wünschen, gehen die im Alltag eben leicht unter. Erst vor ein paar Tagen ging ich in einem Weinberg spazieren und dachte: „Bald kommt die Ernte!“ Gestern sah ich auf whatsapp, dass Bekannte von mir in der Weinlese sind. Ich hab spontan angefragt, ob sie noch Unterstützung brauchen können und ob ich ein paar Leute von der Gasse mitbringen darf. Sie waren offen, auch als ich gesagt hab, das platzt vielleicht so schnell wie die Idee geboren war.
Heute Morgen ging ich also auf die Gasse… und lud Menschen ein, mit mir im Weinberg zu arbeiten. (Bibelleser haben an der Stelle einen Mehrwert (Matthäus 20,1-16)). Drei Leute haben sich spontan bereit erklärt – was zu tiefen Begegnungen und Gesprächen geführt und vielleicht sogar mitten in zwei Lebenskrisen gesprochen hat. Wir hatten einen grossartigen Nachmittag inmitten von Natur, Schönheit, Heiterkeit, Gastfreundschaft, Dank, Geselligkeit und Schweigen. (Und ja, alle erhielten denselben Lohn – für die Bibelleser).

Als ich meine Gspändli anschliessend wieder abgesetzt habe, waren alle aufgestellt und dankbar. So sehr, dass mich jemand anderes von der Gasse ansprach und sagte: „Ich weiss nicht, was ihr gemacht habt, aber das nächste Mal will ich auch mit! Ihr strahlt ja über das ganze Gesicht!“.

Wir haben Nummern ausgetauscht. Auch die heutigen Arbeiter*innen wollen wieder mit. Die Weinlese hat erst begonnen… mit unbegreiflicher Fruchtbarkeit.

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